Bürstenhaus
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Geschichte
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Unsere Geschichte

Mutige Entscheidungen

Reisen Sie mit mir 90 Jahre zurück: Scherenschleifer, Töpfer und auch Bürstenmacher ziehen von Tür zu Tür und bieten ihre Waren feil.

Im Laufe der Zeit erschweren staatliche Hürden das Hausieren. Erna Drossner erkennt ihre Chance und eröffnet einen Kramladen für Haushaltsbürsten. Ab jetzt finden die Bürgerinnen und Bürger von Frankfurt am Main Bürsten an einem angestammten Platz, wann immer sie sie brauchen.

Dann bricht der 2. Weltkrieg aus. Rechtzeitig bringt Erna Drossner ihre Bürsten am Rande der Stadt in Sicherheit und zieht nach Kriegsende in die Stiftstrasse 9-17. Noch heute ist der Name Drossner ein Begriff, Ja, das Bürstenhaus hat Kundinnen und Kunden in der 3. und 4. Generation.

“Meine Oma hat hier schon gekauft!”

Im Herbst 1948 findet in Frankfurt die erste Konsumgütermesse nach dem Krieg statt.

 

Firmen lassen ihre Handelsvertreter ausschwärmen. Die neuen Inhaber, das Ehepaar Diebow, expandieren. Sogenannte Luxusartikel bereichern die Auswahl. Handgezogene Haarbürsten, mit feinem Dachshaar bestückte Rasierpinsel – das Bürstenhaus wird über die Grenzen Frankfurts bekannt.

 

Das Ehepaar Werndt übernimmt 1975 das Bürstengeschäft. Frau Werndt entwickelt hauseigene Produkte für den Haushalt, die bis heute exclusiv für das Bürstenhaus hergestellt werden. Ihr Motto lautet „Der Handgriff weniger“. Putz- und Wischtücher aus reiner Baumwolle in verschiedenen Oberflächen und Größen erleichtern das Reinigen in Küche und Bad sowie glatter Böden. Der Moppbesen mit Staubbindetuch erhält 1994 die Bronze-Medaille auf der Ausstellung „Ideen-Erfindungen-Neuheiten“ in Nürnberg.

 

1989 steht eine große Herausforderung steht bevor: Das Gebäude wird 3 Jahre kernsaniert.

Hausnummer 9-17: Das ist eine ganze Häuserzeile, das ist nicht mal so in einem halben Jahr getan. Das bedeutet das Aus oder kurzfristig ein teurer Umzug. Aber die Werndts finden eine kreative Lösung: Ein Container wird gemietet und vor der Baustelle aufgestellt. Der Stammplatz bleibt erhalten. Der Kundenbindung tut diese aussergewönliche Rettungsaktion keinen Abbruch – ganz im Gegenteil.

Frankfurt ist eine Baustelle, es wird immer gebaggert, gebaut, saniert, hier wird nicht gekleckert..,. Das alte Kaufhaus M.Schneider wird abgerissen. Dies trennt die Stiftstrasse von der Zeil, Frankfurts bekannter Einkaufsmeile, ab. Viele der kleinen Fachgeschäfte verschwinden. Entweder ist die Nachfolge nicht geregelt oder die Mieten sind nicht mehr zu zahlen. Die Finanzkrise erfaßt das Land. Am anderen Ende der Stiftstraße wird das Rundschauhaus abgerissen. Das Bürstenhaus kämpft mit seiner Stammkundschaft ums Überleben. Aber es reicht nicht. Der Laden wird verpflanzt.

Angelika Kleine

Im Herzen Frankfurts findet das Bürstenhaus inmitten alteingesessener, inhabergeführten Geschäften eine neue Bleibe.

Am 9. März 2011 öffnet das Bürstenhaus in der Töngesgasse 27 seine Tür. Menschen aus aller Welt schätzen die einmalige Einkaufsathmosphäre der Straße.
Die Stammkundschaft ist freudig mitgezogen.  “Ich habe diesen Schritt noch keine Sekunde bereut”, so die heutige Inhaberin Angelika Kleine.

Die aktuelle Herausforderung ist die Digitalisierung. Wie präsentiert sich so ein Fachgeschäft in der virtuellen Welt. Wie finden die Menschen über Smartphone, Tablet und Computer das Bürstenhaus in Frankfurts Innenstadt.

Der wichtigste Schritt ist getan: Sie lesen diese Zeilen.

Vielen Dank!